live: 1984 (Frankreich)

1984

Freitag, 24.04.2009, klub drushba

Sacre Bleu! 1984 sind Franzosen, kommen aber daher wie Joy Division und dreschen auf ihre Gitarren ein wie die B52s. Das Trio hat sich dem Wave in jeglicher Facette verschrieben.
Schneidend, treibend, pochend, verwirrend und doch geschmeidig – 1984 spielen großartigen, dunklen und abwechslungsreichen Post-Punk und Cold Wave mit kristallinen Gitarren und einem angenehm unpeinlichen Gesang in Moll. Ihre Live-Shows reißen die Menschen vom Hocker und animieren die Massen mitunter zu orgiastischen Schrei-Contests.

oder

egotronicplakat

24.04.09, 21:00, absturz leipzig, feinkostgelände, karl liebknecht straße 36

Live: Egotronic (ElectroPunk)

Die Popjournaille, sie wird natürlich sagen, dass es sich bei Egotronic um ein echtes Crossoverprodukt handelt. Nicht nur, dass sie das Suffix -tronic der Schluffigkeit
entrissen und mit neuem Selbstbewusstsein versehen haben, nein,hinterm Ego stehen sogar,
ganz Freud, drei: BassMann Endi, SoundMann KT&F und MasterMind Torsun. Wie sie das
Beste aus aktuellen Strömungen für sich, für uns, für alle neu besetzen. Wie sie ausformulierte DIY-Tanzbeats und linke Wach-Texte in für jeden verständliche Klar-Musik giessen. Der kombinierte AnTrieb einessozialen Bewusstseins gegen das Über-ReIch. Alles klar soweit, alles
schön und gut? So einfach ist das nicht, liebe Freunde! Egotronic raven gegen Deutschland. Wie kommt ihr damit klar? Wenn sie nicht nurauf den Schweini-Wahn und alles wofür er steht, kotzen? Wenn sie auf neoliberalen Schleim verzichten können und Attitude fordern.

Denn das gehört zum guten Ton dazu: Egal wie verfeiert du bist, sie verlangen von dir, den Arsch nicht nur über der Tanzfläche hochzukriegen. Du kannst dich also gern herausgefordert fühlen.
Kannst an Autos geklemmte Plastikmäste abknicken und den Mist mit der Fahne vom Boden wischen. Kannst über Beton tanzen, druff und dran sein, Steine in die Hand zu nehmen, zum Werfen, zum Ziehen. Bankautomatenkarten zerdrücken, zum Teil Scheiben einschmeissen. Ihr
merkt, Feierei und Politik gehen ziemlich gut zusammen. Das hat die Linke nur vergessen. Salonmarxisten tun etwas empört, Salonnazis auch, ihre Indianer haben die Hosen vollgepisst, weil, die können nur Bier saufen und den Arm heben im Nationaltrikot, den Kopf voll Jogginghose. Egotronic sagen wie es ist. Und motivieren zum Um-die-Häuser-ziehen. Deswegen errreichen sie die Basis. Sie feiern links und sie sind cooler. Und ihre Hallen bersten vor Energie. Und solange die Onkelz in ausverkauften AOL-Arenen vor Schweinen in Trikotimitationen mit der 18 spielen, da also was nicht mit der Verteilung und dem Verstand stimmt, solange sagen sie nicht nur was
sie ankotzt, sondern machen auch was dagegen und das Beste daraus. Liebe Grüße aus der Hauptstadt.

PS Dass die erste Single Raven gegen Deutschland/Kotzen sein wird, sagen wir euch noch. Hier ruft der electro punk!! Niemals war es so sexy, punk zu sein; getanzt haben die nämlich nie, die sind nur immer ausgerastet. Zu Egotronic geht beides. Ihr wisst doch: Eigentlich ist Audiolith ein Club für alle denen Club sonst immer zu piefig war. Und Egotronic tanzen auf Nasen herum.

ego

oder

This Will Destroy You (Magic Bullet Records, USA) und Trickform (Leipzig)

Fr 24.04.2009 21:00, UT Connewitz

Ihr Name ist Programm: This Will Destroy You machen einen tatsächlich fertig. Die Band aus San Marcos Texas macht das allerdings nicht, indem sie einen so lange anbrüllt, bis man nicht mehr stehen kann. Auch zersägt sie einem nicht gleich mit schreddernden Gitarren die Beine – meistens zumindest. Nein, diese vier Herren führen einen mit zurückgenommenen Arrangements und feinen Gitarrenmelodien durch aufregende Post-Rock-Instrumental-Exkursionen, um einem dann entweder kurz Mogwai-esk ein Gitarrenbrett vor die Stirn zu knallen, oder aber – was sie weitaus besser können – sie umgarnen einen so lange, bis man an einer ganz lieblichen Stelle das leise Knacken seines eigenen Herzens hört.

Trickform schreibt größtenteils elektronische Stücke irgendwo im weiten Feld von Electronica und IDM, die mit Gitarren, Melodika und Ähnlichem angereichert werden. Verträumte Spielereien laden zum Verweilen und Dahindriften ein. Der Leipziger spielt zum ersten Mal im UT, auch wenn er im Nachtleben der Stadt lange kein Unbekannter mehr ist. Hinterlegen wird er das Ganze mit wunderschönen Filmen von Zbigniew Rybczynski.