Archiv für Januar 2009

GegenGentrification

“Wenn die ganze Bäckerei doch nur ein Stück Kuchen ist”

eine Veranstaltungsreihe von Casablanca eV und Infobude G16

Die mehrteilige Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit Aufwertung, Verdrängung und Widerstand in Städten. Der Fokus ist dabei auf die Rolle so genannter Subkulturen samt dem gesamtgesellschaftlichen oder alternativ-gesellschaftlichen Anspruch, den diese erheben, gerichtet. Der Titel ist Programm. “Wir wollen kein Stück vom Kuchen, wir wollen die ganze Bäckerei” ist Ausgangspunkt um Fragen zu stellen, die das Danach zum Gegenstand haben: Was passiert, wenn wir die Bäckerei haben und was, wenn die Bäckerei doch nur ein Stück Kuchen ist, wo beginnt die Bäckerei, welchen Kuchen wollen wir backen, wem könnte der schmecken, wem doch eher nicht? usw. usf.
Der Kuchen und seine Teile – das ist offensichtlich nicht so einfach zu denken, wir wollen es trotzdem versuchen.

Teil 1:
aufgewertet kulturell verdrängt.

WIR SIND GEGEN-GENTRIFICATION*

Zu Gast: Matthias Bernt (Stadtsoziologe und Aktivist aus Berlin)
30.-31. Januar 2009
Infoladen und Kino im Projekt G16
Gießerstr. 16 – 04229 Leipzig

Freitag 30.1. 19.00 Uhr: Gentrification unter Schrumpfungsbedingungen?
Die problematische Aufwertung innenstadtnaher Wohnviertel in Ostdeutschland (Vortrag)
anschl. Diskussion

Samstag 31.1. 11.00 Uhr: Wir bleiben Alle! (Vortrag)
anschl. kurze Diskussion und Strukturierung des Nachmittags

Zwischendrin: Essen (für alle und umsonst)

14.00-16.00 und 16.30-18.00
Workshop, Gespräch, Diskussion

Linksradikale Stattentwicklung

Stadtteilinitiativen gegen Verdrängung und Umstrukturierung und „radikale“ Linke stehen traditionell in einem gespannten Verhältnis zueinander. Wird ersten vorgeworfen „reformistisch“ den „reinen Kiez“ zu verteidigen, sieht sich zweit genannte mit dem Vorwurf der Ignoranz und Gettoisierung konfrontiert. Diese Kluft identifizierten Matthias Bernt und Andrej Holm 1998 als einen der Gründe warum das breit getragene Aktionsbündnis Wir Bleiben Alle! 1992/93 nach nicht allzu langer Aktionszeit zerbrach.

Die Kritiker [die radikalen Linken] müssen sich u.E. deswegen nicht mit der Realität auseinandersetzen, weil es ihnen mehr um ihre eigenen Probleme bei der Verteidigung ihrer (weißen, westdeutschen, studentischen und mittelständischen) identitären Ghettos geht, als um Oben und Unten, Solidarität und Widerstand.

(Bernt/Holm)

Welche Rolle spielen linke und alternative Haus- und Wohnprojekte in diesem Zusammenhang oder: welche Rolle könnten sie spielen? Sind sie Ansätze einer „anderen Stadtentwicklung“ oder doch nur das Stück vom Kuchen? Wie könnte mit ambivalenten Positionen wie Sozialchauvinismus und Klassismus, Aufwertung, Stadtteilgestaltung, Verschönerung, Sicherheit usw. umgegangen werden? Mit welchen Stadtentwicklungsinstitutionen werden Bündnisse eingegangen und vor allem auf welcher Ebene? Welche Alternativökonomien können forciert werden, ohne dass dies in Szeneklüngelei ausartet? Einen Beitrag zur Attraktivierung zu leisten kann offenbar nicht vermieden werden – oder möglicherweise doch? Wie also Umgehen
mit der Hilflosigkeit und gleichzeitigen Unvermeidbarkeit der eigenen Rolle? „Aufwertung“ und „Entwicklung“ sind derart positiv besetzte Begriffe, dass die ideologischen Implikationen still schweigend akzeptiert werden. Was es aber heißt ein Stadtgebiet „schöner zu machen“ muss als Frage ganz oben stehen.
„Wenn die ganze Bäckerei doch nur ein Stück Kuchen ist“ ist als Werkzeugkiste und gleichzeitig als Baustelle gedacht. Das gemeinsame ErArbeiten steht im Vordergrund.

*Glossar

Gentrification/Gentrifizierung: Austausch der Bevölkerung eines Stadtgebietes durch eine bauliche, ökonomische und soziale Umstrukturierung (Sanierung, Mietpreissteigerungen, Eröffnung neuer, teurer Läden und Kneipen, usw.)
Gegengentrification: Gentrifizierungsprozess, der durch Anti-Gentrifizierungskämpfe linksradikaler Gruppierungen ausgelöst bzw. getragen wird. Die Folge ist eine Verschiebung der AkteurInnenpositionen. Parallelbildung zu Gegeninformation.

Texte usw. gibts bald an dieser Stelle…

Bernt, Matthias: Kunst und Kapital – Das Zusammenwirken von Kultur und Ökonomie in Gentrificationprozessen. gibts online hier: http://www.kulturdisplace.net/texte/kunst-und-kapital

Bernt, Matthias/ Holm, Andrej: Wir bleiben Alle? in: Stadtrat (Hrsg.): Umkämpfte Räume. AssoziationA, 1998. S. 155-167. könnt ihr als pdf geschickt bekommen, schreibt eine mail (Kontakt weiter unten)!

Bernt, Matthias/ Holm, Andrej: Gentrification in Ostdeutschland: der Fall Prenzlauer Berg. in: Deutsche Zetschrift für Kommunalwissenschaft (DfK). 41 Jg. 2002/II, 125-150

Am 28.1. war im Radio Blau Interview die Rede von einer Untersuchung zu Gentrification in Leipzig-Connewitz; hier die versprochenen Angaben:

Zischner, Romy: Gentrification in Leipzig – Connewitz? Theoretische Gentrification-Ansätze und deren Gültigkeit in Städten der neuen Bundesländer- eine empirische Studie. Diplomarbeit am Geographischen Institut der Uni Leipzig. 2003

Wiest, Karin/ Zischner, Romy: Aufwertung innerstädtischer Altbaugebiete in den neuen Bundesländern: Prozesse und Entwicklungspfade in Leipzig. in: Deutsche Zeitschrift für Kommunalwisenschaft. 45 (2006) 1. eine engl. Version gibts hier: http://www.difu.de/index.shtml?/publikationen/dfk/en/06_1/06_1_wiest-zischner.shtml

Kontakt: baeckerei-leipzig[at]riseup.net

Hegemoniale und andere Männlichkeiten

vortrag im rahmen der veranstaltungsreihe queer_einsteigen:

Dr. Volker Woltersdorff alias Lore Logorrhöe, Berlin
29.Jan.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Halle

Für die kritische Untersuchung von Männlichkeiten, die Unterschiede, Widersrpüche und Machtgefälle auch innerhalb der Gruppe der „Männer“ berücksichtigt, hat Robert (mittlerweile Raywyn) Connells Konezpt inzwischen große Bedeutung gewonnen. Der Vortrag stellt das Konzept hegemonialer Männlichkeit vor und erörtert es kritisch. Neben dem Blick auf hegemoniale Männlichkeit sollen ebenfalls einige der anderen Männlichkeiten vorgestellt werden, die durch die hegemoniale marginalsiert werden, aber auch an deren Privilegien partizipieren können. Dabei soll es vor allem um solche Männlichkeiten gehen, die aus einer queeren Perspektive in den Fokus geraten: Drag Kings, Trans*männer, Butches, Queers of Color, Schwule, Metrosexuelle und Sissy Boys. Welche politischen Bündnisse und Konflikte können sich daraus für ein queer-feministisches Projekt ergeben? Wie ist die aktuelle Konjunktur von Männlichkeiten in queeren Subkulturen zu bewerten? Entwickeln diese Männlichkeiten utopische Potenziale postpatriarchaler Geschlechterwelten, oder gehört Männlichkeit – in welcher Form auch immer – nicht eher verdientermaßen auf den Müllhaufen der Geschichte?

27.1.2009: 64. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau 4. Internationaler Holocaust-Gedenktag

Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an die Menschheit. Hier ermordeten die Nazis über anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas.

Text am Denkmal im Vernichtungslager Birkenau, das 1967 auf Initiative des Internationalen Auschwitz Komitees errichtet wurde

Hitler hat den Menschen im Stande ihrer Unfreiheit einen neuen kategorischen Imperativ aufgezwungen: ihr Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe.

Theodor W. Adorno

Ein Gespräch von Radio Corax mit der Historikerin und Bildungsreferentin Dr. Susanne Willems im Gedenken an die Befreiung des Lagers Auschwitz. Susanne Willems arbeitet im Internationalen Auschwitz Komitee. Außerdem war sie in der Vergangenheit unter anderem auch verantwortlich für internationale Begegnungen in der Gedenkstätte Ausschwitz:

kritische intervention vs. libertäre reihe

vortragsbattle in halle (und leipzig):

Über den Einfluss des sekundären Antisemitismus bei der deutschen Vergangenheitsbearbeitung

Vortrag/Buchvorstellung mit Christian Dietrich

„Der Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden“, heißt es in den Minima Moralia. Ursprünglich noch auf den klassischen Antisemitismus und dessen halluzinierter Identifikation von Moderne und Judentum bezogen, benennt dieser Satz ebenso das entscheidend Neue im sekundären Antisemitismus, dem Antisemitismus nach und wegen Auschwitz. So wie die Gerüchte Juden vorgestern zu Brunnenvergiftern und gestern zu den Erfindern der Individualität, des Kommunismus, des Finanzkapitalismus, der Moderne, der Frauenemanzipation machen konnten, erscheinen sie seit 1945 als einflussreiche Miesmacher des ungetrübten Verhältnisses zur eigenen Nation. Der sekundäre Antisemitismus ist wie sein Vorgänger Spekulation und ähnlich gefährlich. Antisemitismus wegen Auschwitz ist nicht begrenzt auf trostlose Regionen politisch-moralischen Unverständnisses oder (was weitestgehend dasselbe wäre) die dunklen Wälder zwischen Chemnitz und Pirna. Antisemitismus wegen Auschwitz ist die durchaus militante ‚Bewältigung’ der Vergangenheit, der Wunsch nach ungetrübter Überantwortung ins deutsche Racket.
Christian Dietrich spricht im Rahmen der Buchpräsentation „Tote und Tabu. Zur Tabuisierungsschwelle und (kommunikativen) Verbreitung des Antisemitismus in Deutschland“ über den deutschen Umgang mit der eigenen Geschichte, dem Bedürfnis nach frivoler Volksfeststimmung und der Wut auf jene, die dabei stören könnten.

Dienstag, 27.01.2009
18.30 Uhr, Melanchthonianum, HS XVII
Universitätsplatz Halle

toteundtabu

und im rahmen der libertären reihe des alv:

Freie Software & Peer-Ökonomie

Referent: Stefan Meretz

Freie Software hat eine neue Produktionsweise in die Welt gesetzt. Inzwischen hat sich eine kaum noch überschaubare Anzahl weiterer freier Projekte etabliert, die zunehmend ihre proprietären Rivalen „auskooperieren“. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich die Online-Enzyklopädie Wikipedia.

Als Oberbegriff für die neue Produktionsweise hat sich die Bezeichnung der commons-basierten Peer-Produktion etabliert. Im Vortrag werden die wesentlichen Merkmale der Peer-Produktion vorgestellt und gefragt, ob und wie sich diese Prinzipien auch in die Welt der materiellen Produktion hinein ausdehnen lassen. Mit der Peer-Ökonomie kann der Kern einer Freien Gesellschaft jenseits von Verwertung, Geld, Markt und Staat skizziert werden.

Di, 27.01., 19 Uhr in den Räumen von Radio Corax, Unterberg 11, 06108 Halle

in leipzig:

Zum Umgang mit dem 09. November in der DDR und BRD

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus“ der Leipziger Antifagruppe (LeA) statt.

Tobias Ebbrecht ist Filmwissenschaftler und an der Filmhochschule Potsdam tätig. Er ist Mitherausgeber des Buches „The final Insult. Das Diktat gegen die Überlebenden“ (Münster 2003) und des Sammelbandes „Deutschlandwunder. Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur“ (Mainz 2007).

Im Vordergrund der Veranstaltung steht eine wissenschaftliche Reflexion des visuellen Gedächtnisses zum 09.November 1938 – mit einem eigenständigen Teil zur Reflexion in der DDR, was gerade für Leipzig interessant ist. Gezeigt wird weiterhin ein dokumentarischer Kurzfilm einer Jüdin aus der DDR. der noch 1938 entstanden ist und interessanterweise in der Sendung des „Westfernsehens“ ausgestrahlt wurde. Ziel des Vortrages ist es anhand von dokumentarischen Filmbeispielen auf die Geschichte des Umgangs mit dem 09.November in BRD und DDR näher einzugehen.

27.01.2009, 19:00 Uhr
Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfzK)
Karl-Tauchnitz-Str. 11, Leipzig

außerdem:

Ist gefährlicher Klimawandel noch vermeidbar?

27.01.09 – 27.01.09, Beginn: 17:30, Ort: Halle (Saale)

Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Potsdam

Monatssitzung der Leopoldina
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)

Die EU hat das klimapolitische Ziel formuliert, die anthropogene globale Erwärmung auf maximal 2º C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Der Vortrag wird erläutern, warum dieses Ziel aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Im Zentrum der entsprechenden Überlegungen stehen hochgradig nichtlineare Prozesse im planetarischen System, die durch die Erderwärmung aktiviert werden könnten – mit desaströsen Folgen für Natur und Gesellschaft. Desweiteren wird gezeigt werden, dass das 2 Grad-Ziel mit vertretbaren volkswirtschaftlichen Kosten erreichbar wäre, dass seine physikalische Realisierung aber zunehmend fraglich erscheint. Das Rennen zwischen Klimaschutz und Klimadynamik ist somit völlig offen.

Bei den Monatssitzungen der Akademie referieren in der Regel zwei Mitglieder über ihre Forschung. Der erste Vortrag beginnt um 16.30 Uhr, der zweite um 17.30 Uhr. Alle Vorträge sind öffentlich, sie finden im Vortragssaal der Leopoldina, Emil-Abderhalden-Straße 36, Halle (Saale), statt. Gäste sind herzlich willkommen.

al burian im zoro

alburian

Al Burian.Enfant Terrible der Nordamerikanischen Punk Szene, Musiker bei Milemarker, Challenger. Sterling, Hellbender und als Soloartist. Kolumnist bei Punk Planet, Ill Eagle, wahnwitziger Verfasser und Herausgeber von Burn Collector, Alles Irrer, drunk Comedian, politischer Verlierer und Stand Up Cartoonist aus Chicago gibt sich einen Ruck und dreht im Januar 2009 komplett für euch durch. Musikalisch begleitet wird er hierbei von Tim Remis (Challenger, Sweet Cobra, Killing Tree). Zur Veröffentlichung der Übersetzung eines seiner Bücher ins Deutsche wird Al Burian zwischen dem 07. und dem 25.01.2009 Geschichten aus seinem Zine Burn Collector (in deutsch und englisch) lesen. Tragikkomische Kurzgeschichten vom Scheitern am täglichen Geschehen, lustig, absurde Alltagsszenarien, -beobachtungen vorgetragen im unverwechselbaren Al Burian Stil, gemischt mit kurzen musikalischen Attacken garantieren für einiges Entsetzen und etliche Verwirrung. An Unterhaltung wird es auf jeden Fall nicht mangeln.

26.01.09 zoro leipzig

corax elektro party

coraxparty

Deepartment Klub. Hafenstrasse 22, Halle/ Saale
23.Januar 09 / 23 Uhr:

Main Floor :
Gebrüder Teichmann -3 Stunden DJay Set- (Disko B, Kompakt / Berlin)
Lowskii & Mila Stern ( What What / Klub 7)
Bailey vs. Svensen (Further In Fusion)

2 nd Floor :
Decalicious -3 Stunden DJay Set-(KISU Music / Hamburg)
Mike Okay (What What / Klub 7 )

gegen deutsche helden

Kundgebung zur Deutschlandpremiere von “Operation Walküre”.
Dienstag 20.01 19h, Alte Postdamer Str., gegenüber dem Marlene-Dietrich-Platz, beim Theater am Potsdamer Platz. Veranstaltet von …nevergoinghome

nevergoinghome

60 Jahre Deutschland sind genug! Für viele genug, um versöhnlich auf die deutsche Geschichte zu blicken. Mit “Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat” kommt ein Film in die Kinos, auf den die Hoffnung gesetzt wird, Deutschland zu einem besseren Ansehen in der Welt zu verhelfen. Möchte man ein “Volk” der Opfer und Widerständler sein und eine selbstbewußte Außenpolitik betreiben, bietet sich der konservative “Widerstand” eines Stauffenberg als Anknüpfungspunkt für die Begründung einer scheinbar moralisch einwandfreien deutschen Tradition an. Ein “anständiger” Nationalismus und Militarismus, in dessen Traditionlinie sich die Bundeswehr, stellvertretend für die gesamte Nation, bei den feierlichen Gelöbnissen des 20. Juli immer wieder gerne stellt. Wir brauchen keine nationalen Helden, weil wir keine deutsche Nation brauchen. Stauffenberg abschalten! Eject Germany!

Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus: Das kann man nicht erzählen. Über die „Aktion 1005″

Diskussions-Veranstaltung
20.01.2009
19:00 Uhr
Leipzig
Conne Island
Koburger Str. 3

Die Veranstaltung „Das kann man nicht erzählen. Über die ‚Aktion 1005′“ mit Jens Hoffmann findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus“ der Leipziger Antifagruppe (LeA) statt.

Jens Hoffmann lebt in Berlin und veröffentlicht Beiträge zur Geschichte der Shoa, zuletzt das Buch „Das kann man nicht erzählen“ über die ,Aktion 1005′. Unter der Bezeichnung ,Aktion 1005′ ließ die nationalsozialistische Führung ab Frühjahr 1943 zahlreiche Kommandos von vor allem jüdischen KZ-Häftlingen aufstellen, die die Spuren deutscher Verbrechen in Osteuropa nach einem immer gleichen Muster beseitigten: Die mehrheitlich jüdischen Häftlinge wurden gezwungen Massengräber zu öffnen, die Leichen aus den Gräbern zu holen und auf Scheiterhaufen zu verbrennen, bevor schließlich auch sie selbst ermordet wurden. Gestützt auf Aussagen und Berichten der wenigen überlebenden Arbeitshäftlinge sowie auf Protokolle staatsanwaltschaftlicher Vernehmungen ehemaliger Kommandoangehöriger stellt der Vortrag die von Deutschen und ihren Helfern während des Zweiten Weltkriegs begangenen Massenverbrechen und die Verwischung der Spuren dieser Verbrechen in einen Zusammenhang.

fahrräder vor reil78 demoliert

während des konzertes am vergangenem sonnabend in der reil78, mit u.a. thema eleven, wurden zwei fahrräder, die direkt vor dem eingang standen total demoliert. es handelt sich bei den fahrrädern um rote strike bikes, eines für damen und eines für herren. die motivation für diesen vorfall ist unklar. entweder hat irgendwer etwas gegen strike bikes oder es handelt sich um ein verhalten, ähnlich dem, wie es in der aktuellen bonjour tristesse, im beitrag „if the kids are united“ von dem punk-festival „force attack“ beschrieben wird, also dem unkontrollierten und hemmungslosen ausleben eigener triebe und der abwesenheit selbstregulativer mechanismen, die eine rücksichtnahme auf eine halbwegs friedliche koexistenz der individuen ermöglichen würden, bzw. beides in kombination miteinander. sehr traurig ist es, dass solches, wie auch immer motiviertes, verhalten an einem ort auftritt, der als irgendeine art von emanzipatorischer perspektive in der gegenwärtigen gesellschaft funktionieren soll. da solcherart vorfälle nicht zum ersten mal dort aufgetreten sind, muss sich auch hier gefragt werden, welcher vorschein auf ersehnte gesellschaftliche verhältnisse damit geboten wird.

heute @zoro!!!! malachi, black freighter

malachi

beginn 22 uhr
einlass 21 uhr

MALACHI ( dark doom crust with cello, ex-artimus pyle, what happens next, high on crime, usa)
BLACK FREIGHTER (first show in leipzig, dark and heavy hardcore, like botch, his hero is gone, ex-frank faster)

@zoro (bornaische strasse 54)