Vortrag: Im Zeichen der Krise – Massenwahn und gewaltförmige Vergleichung in der Warengesellschaft

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kritik und Krise“ im Conne Island in Leipzig.

Die aktuelle Finanzkrise wird entweder hinsichtlich ihrer ideologischen Verarbeitung oder den zugrunde liegenden realökonomischen „hard facts“ betrachtet.
Vor dem Hintergrund der Marxschen Wert- und Fetischkritik soll diese, auch in den meisten links-theoretischen Analysen enthaltene Aufspaltung, problematisiert werden, was eine Kritik alltagsreligiöser, somit fetischistischer Verschleierungen des „Finanzüberbaus“ unabdingbar macht. Die uns um die Ohren fliegende Warengesellschaft trägt das Moment der Krise wie das der Ideologie, die sich in der Krise bis zum Massenmord zuspitzen kann, von Anbeginn in sich. Materialistische Gesellschaftskritik muss, um ihrer Wirksamkeit willen, diese Zuspitzung als die schlimmste denkbare Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft begreifen. Nicht der Kommunismus, sondern die nationalsozialistische mörderische Krisenlösung ist in der Logik der Warengesellschaft angelegt. Befreiung vom Zwang ist nur über einen Bruch mit den grundlegenden Kategorien der bestehenden Gesellschaft denkbar.

Vortrag und Diskussion mit Martin Dornis (Bündnis gegen Antisemitismus, Leipzig)
16.12.09, 19.30 Uhr, HGB Festsaal,
Wächterstr. 11