Veranstaltungsreihe „Natur, Geschlecht, Gesellschaft“.

Die Vergegenständlichung gesellschaftlicher Verhältnisse im Subjekt – Natur und Geschlecht als Grenzbegriffe

11. Dezember 2008, Conne Island, 19.30 Uhr
Referentin: Micha Böhme

Der Vortrag versucht eine Bestimmung von Natur und Geschlecht als Grenzbegriffe jenseits und zwischen Essentialismus und Dekonstruktivismus. Die Verdinglichung oder Materialisierung gesellschaftlicher Verhältnisse, die Karl Marx u.a. an der Ware aufzeigt, möchte Micha Böhme im Kontext der immer schon geschlechtsspezifischen Subjektbildung des Individuums diskutieren. Das unterwerfende und instrumentelle gesellschaftliche Naturverhältnis spiegelt sich in den Vorstellungen eines autonomen (männlichen) Subjekts wider. In der Subjektbildung wird menschliche Naturverhaftetheit und Vergänglichkeit vom Selbstbild abgespalten und mit Weiblichkeit assoziiert. Welche Implikationen hat das für feministische und gesellschaftskritische Naturvorstellungen? Was ist Natur? Konstrukt, Diskursprodukt oder unbestimmtes Etwas mit eigenen Gesetzen?