Archiv für November 2008

bang! bang! eche!

bangbangeche

freitag, 28.11. – Klub Drushba – Einlass: 22 Uhr

Frenetic-Post-Punk-Disco-Dance-Party
mit der heissesten Band aus Neuseeland:

* * * BANG! BANG! ECHE! (New Zealand, Kitsune Records) * * *

anschl. Whatever! DJ-Team (Berlin, Populario DJ’s)

Neuseeland = Schafe + unendliche Weiden? Von wegen! Jedem sollte mittlerweile bekannt sein, dass Neuseeland eine der aufregendsten Musikszenen dieses Planenten beheimatet. Nach Altbewährtem wie CUT OFF YOUR HANDS oder SO SO MODERN stehen nun BANG!BANG!ECHE! bereit für den Stardom! Mit ihrer jüngst erschienenen s/t EP machen die Jungs zur Zeit unterhalb des Äquators die Runde und sind bereits „das nächste große Ding“ des australischen Kontinents. Derart spannender Gossip – nicht zuletzt ihre exzellente Frenetic-Post-Punk-Disco selbst – erreichte sogar die Electro-Gurus von Kitsuné Records in Paris, die sich kurzerhand entschlossen, die aktuelle EP und das Ende des Jahres folgende Album zu veröffentlichen!

Im Zeichen der Krise—Massenwahn und gewaltförmige Vergleichung in der Warengesellschaft.

Vortrag von Martin Dornis

Die aktuelle Finanzkrise ließ nicht nur Politikern und Ökonomen das Blut in den Adern stocken. Der krisenhafte und von Anbeginn ideologische Charakter der kapitalistischen Gesellschaft wird offenkundig. Unter Linken wird plötzlich wieder Marx gelesen. Man hat sogar von einer »Lesebewegung« gehört. Aber mit Marx ist nicht nur kein Staat, sondern schon gar keine Bewegung zu machen. Es geht vielmehr um eine rücksichtslose Kritik der bestehenden Verhältnisse. Vor diesem Hintergrund soll im Vortrag über grundlegende Zusammenhänge von kapitalistischer Gesellschaft, politisch-ökonomischer Krisen, Staat und ideologischer Verarbeitung diskutiert werden. Was sagt die aktuelle Finanzkrise über die kapitalistische Gesellschaft?

Martin Dornis ist freier Autor/Referent und wohnt in Leipzig. Er versteht sich als materialistischer Gesellschaftskritiker.

Donnerstag, 27.November 2008, 19Uhr
Radio Corax (Veranstaltungsraum),
Am Unterberg, (Nähe Universitätsplatz), Halle(Saale)

Eine Veranstaltung der ag antifa im stura der Uni Halle | antifa.uni-halle.de

„BETTER GET STRAIGHT TO THE POINT“

klub7ufo

AUSSTELLUNG VON KLUB7 „BETTER GET STRAIGHT TO THE POINT!“
UFO-GALERIE
26.11. VERNISSAGE – 23.12. FINISSAGE
ADAM-KUCKHOFF-STRAßE 30
HALLE/SAALE

Das Thema Stadt ist mit den Bildthemen der halleschen Künstlergruppe KLUB7 eng und untrennbar verwoben. Die gezeigeten Grafiken werden illustrativ und typografisch aus der Graffiti-Kultur gespeißt. Sechs Leute mit unterschiedlichen Stilen vermischen diese zu einem hochexplosiven visuellen Geschmackserlebnis.
Diese Ausstellung in der UFO-Galerie ist die einzige, diesjährige, hallesche Ausstellung, die einen Gesamtüberblick über die aktuellen Arbeiten von KLUB7 bietet.

vortragsreihen im conne island

Veranstaltungsreihe
„Kritik und Krise“.

Vortragsreihe zur aktuellen globalen Finanzkrise

Angesichts der jüngsten Entwicklungen stand man, zwar häufig um der Worte nicht verlegen, wohl aber ohne Begriff vor dem sich auftürmenden Scherbenhaufen geplatzter Spekulationsgeschäfte.
Sowenig aber die Krise in Deutschland bisher als reale in den unteren Schichten, mithin den Massen angekommen ist, sowenig lässt sich vorhersagen, in welcher Form und Intensität die Angst in handelnden Wahn umschlagen wird. Die Diskussionen der letzten Tage sind als Barometer der künftigen politischen Großwetterlage deshalb umso aufmerksamer zu analysieren.
Die geplante Vortragsreihe ist ein Versuch, eine begriffliche Ordnung in das durch die katalysierten Ereignisse hervorgerufene politische wie ökonomische Durcheinander zu bringen. Hierbei wird deutlich, dass dem Versuch, den Schleier um die jüngsten Ereignisse zu lichten, nichts bleibt als die wieder und wieder vorgebrachte Kritik der politischen Ökonomie und ihrer ideologischen Begleiterscheinungen. Ein Versuch, der auf das Allgemeine hinter den aktuellen Ereignissen zu beharren hat, und erst im zweiten Schritt die besondere Form, somit die Genese und die unmittelbar spürbaren Konsequenzen darstellen kann.

Organisiert vom Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig (BGA)
in Zusammenarbeit mit dem Stura der Uni Leipzig, dem Stura der HGB und dem Conne Island e.V.

erste Veranstaltung:

Kalkül und Wahn, Vertrauen und Gewalt – Vor dem Ausnahmezustand des Kapital

Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Gleichwohl: Die Gesellschaft der totalen Konkurrenz ist in heller Panik. Sie wird sich zersetzen und zerstören.
In der Panik wird sich die falsche Gesellschaft ihres eigenen Widersinns inne, allerdings in einer nur noch verrückteren Form, einer Form, die das bankrotte Kalkül der Ökonomie vermittels des Wahns der Politik zu therapieren verspricht, tatsächlich zu überbieten sucht: der Form eines paranoiden Souveräns, der den Triumph des Willens über den kapitalen Sachzwang beschwört und so gerade die Angst vor dem Chaos schürt, darin die Flucht nach vorn anpeitscht und so den autoritären Staat provoziert, den Ausnahmezustand, d.h. die ursprünglich faschistische Situation. Denn nichts anderes ist der „Preis des Marktes“ als das politisch, vermittels des Gewaltmonopols auf Leben und Tod erzwungene Opfer der Individuen.

Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn
(Initiative Sozialistisches Forum, Freiburg)
25.11.08, 19.30 Uhr, Städtisches Kaufhaus,
Universitätsstraße 16

Veranstaltung
„What happened to ‚Fascism‘“
.


Veranstaltungsreihe
„Natur, Geschlecht, Gesellschaft“.


Veranstaltungen
mit Daniel Kulla.

raus aus der isolation

benefiz-party von no lager halle zu gunsten der flüchtlinge in sachsen-anhalt am 22.11.08 im vl ludwigstraße 37

17.00 buchvorstellung: „die gegenwart der lager“ von tobias pieper

anschließend filmvorführung: „der einbürgerungstest“

buffet und cocktails

20.30 ausstellungseröffnung: „das weltoffene sachsen-anhalt stellt seine gastfreundlichkeit vor“ (foto-doku aus der gu-zast halberstadt 2008)

22.00 benefiz-modenschau

danach disko mit den 3 besten djs der stadt until open end

sex und staat

Vortrag von Prof. Dr. Rebecca Pates, Leipzig im Rahmen der Vortragsreihe queer_einsteigen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
20.Nov.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Halle

Geschlecht bezeichnet (auch) ein System an Unterscheidungen (Frauen mögen Kinder, Männer Autos; Frauen sind zickig, Männer haben schlechte Laune usw.), durch welche eine gewisse Ordnung geschaffen wird. Diese Ordnung bestimmt unsere Wahrnehmungen und unseren Alltag und ist relativ stabil. Sie lässt sich insbesondere dann schwer ändern, wenn sie in-stitutionalisiert ist: das Geschlecht eines Menschen wird immer auch in Ausweisen genannt. Warum und welche Folgen dies hat soll hier anhand von Beispielen aus der Rechtswirklichkeit (Heteronormativität und Intersexualität) analysiert werden.

Rechte Akteure in Halle

aus_der_geschichte_lernen

Auch in Halle finden in Abständen Kundgebungen und Aktionen rechtsextremer Parteien und Organisationen statt. So wird zum Beispiel der Boulevard mit rechtsextremen Propaganda-Aufklebern beschmutzt und der 17. Juni als Anlass für einen Aufmarsch der Neonazis missbraucht. Wer verbirgt sich hinter diesen Veranstaltungen und welche Ziele streben die Organisatoren an? Welche rechtsextremen Strukturen gibt es in Halle? Wie vernetzt agieren Neonazis an der Uni, im Stadtrat und im Jugendverband?

Stephanie Heide (freie Mitarbeiterin bei Miteinander e.V.) beschäftigt sich in ihrem Vortrag mit dem aktuellen Zustand rechtsextremer Kameradschafts- und Parteienstrukturen in und um Halle und wird dabei auch auf ihre Entstehung und bisherige Entwicklung eingehen.

Veranstaltungsort und -zeit:
19. November 2008
20.00 Uhr

Thalia-Theater, Puschkinhaus (Kardinal-Albrecht-Str. 6)
Halle (Saale)

CAVE SINGERS & LAKE ME & DES ARK @ LiWi

das SchubladenKonsortium & I Talk You Listen laden ein:

Do 20.11. Lichtwirtschaft/Stöckardstr. 11
doors: 21.00 – start: 22.00!!!

The Cave Singers (us/Matador)

Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk? Oh, vertan. Sind wir doch, und zwar mittendrin. Aber die Cave Singers um Gitarrist Derek Fudesco (Bassist bei Pretty Girls Make Graves / Murder City Devils) schlagen mit ihrem bluesig, spannenden Lo-Fi-Folk/Americana ganz andere, un-seattle-ige Wege ein. Die nasale und schräg klagende Stimme von Sänger Pete Quirk und das angenehme Fingerplucking Fudescos nehmen gern auf dem bequemen Ledersofa des Unterbewußtseins platz. Daneben sitzt Drummer Marty Lund und trommelt leise mit der Wochenendausgabe der Tageszeitung auf den Wohnzimmertisch während die restlichen Höhlen Sänger dir gegenüber sitzend ihre Geschichten des Alltags referieren. Unheimlich, hypnotisch und unpunkig mit Banjo und Waschbrett nähert man sich Calexico, Iron & Wine, Devendra Banhart, Sufjan Stevens und Nick Drake. So netten Besuch hat man doch gerne mal daheim, zum Kaffee und Streuselkuchen.

Lake Me (uk/The Company With The Golden Arm)

(Sonntagsnachmittagsmusik an einem Donnerstag. Schlagzeug und Gitarre, klingt wie Hoover oder gefühlvollere Fugazi Rock anthems zusammengemischt mit Au Pairs Flair. Nathalie (Ex andysuck) und Lucy (BBC Radio 1’s John Peel darlings Comatose), machen euch nichts vor. Erwarten dürft ihr: persönlich, politische Texte mit coolem, unnachgiebigem Songwriting. Nicht mehr, nicht weniger. Umgeben von einer vitalen, in Newcastle beheimateten Punk/HC/Artcore Szene (Written from Negastive, This ain?t Las Vegas, Futureheads, Red Monkey), halten sich Lake Me eine kleine Nische frei für ihre harmonischen, gefühlvoll vorgetragenen Songs.

Des Ark (us/The Company With The Golden Arm)

Hmm, nehmen wir also die zwei, drei PJ Harvey Platten, frühe Cat Power, Ani DiFranco, die Riot Grrl Bewegung als Ganzes, eine Vollmondnacht und sieben verschiedene Cocktails auf einem verlassenen Parkdeck mit Blick über eine Grosstadt und denken uns dazu den Plot zu einem Roadmovie, dann bekommen wir was? Hahahaha … eine ungefähre Vorstellung von der nächsten Des Ark Platte? Ja, vielleicht, vielleicht aber auch nur eine Idee von der Idee von der Intensität von Des Ark.

auch sehr empfehlenswert am samstag im Schuppen/Stö16 quasi gegenüber der LiWi:
BAD DUDES(la/leute von Mae Shi) zusammen mit Crocus & Yfere ab 22Uhr

german images. filme zum postfaschistischen alltag

eine veranstaltungsreihe der ag antifa im stura der uni halle:

Als Theodor W. Adorno und andere Vertreter der Kritischen Theorie in den 1950er Jahren vor einem Fortleben des Nationalsozialismus warnten, ging es ihnen mitnichten darum, auf ordinäre Nazis hinzuweisen, die fahnenschwenkend vom Dritten Reich träumten und dieses wieder neu zu errichten trachteten. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Nationalsozialismus und der Erkenntnis, dass mit der militärischen Zerschlagung Nazideutschlands keineswegs die Vorraussetzungen für einen erneuten Rückfall in die Barbarei zerstört werden konnten, wussten sie, dass „das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher“ zu betrachten sei, „als das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie“. Hinter der Warnung vor dem Weiterleben des Nationalsozialismus steckt zum einen das Bewusstsein davon, das dieser durchaus demokratische Elemente besaß und ohne die massenhafte Begeisterung nahezu aller Deutschen keinerlei Legitimation gehabt hätte. Zum anderen verweist sie noch auf etwas anderes. Darauf nämlich, dass die nationalsozialistische Ideologie keineswegs mit der vielbeschworenen „Stunde Null“ sang- und klanglos aus den Köpfen der Menschen verschwand. Vielmehr leben die Versatzstücke dieser Ideologie in den Menschen fort.
Man muss kein allzu aufmerksamer Beobachter seiner Umgebung sein, um jene Fragmente der deutschen Ideologie und die aus ihnen resultierenden Widerwärtigkeiten zu erkennen. Beispiele hierfür gibt es viele. Allgegenwärtig scheint der Ruf nach überschaubaren, einfachen Verhältnissen zu sein: ob Eso-Kitsch, Dalai-Lama-Hype oder der romantisierende Blick auf das Mittelalter oder das Landleben. Die gefühlsmäßige Aversion gegen die Moderne, also gegen Luxus und Individualismus, zeugt nicht von der Kritik eines Glücksversprechens, das nicht eingehalten werden kann, sondern ist der Ausdruck einer Ideologie, die den anderen das neidet, was man sich selbst nicht zu wünschen vermag. Das Bedürfnis nach Einfachheit bedeutet hier auch stets die Überwindung der Vermittlung von Herrschaft. Nicht über die Verhältnisse – und letztlich den Staat und seine Organe – soll die Gewalt vermittelt und exekutiert werden, sondern direkt vom Volk selber. Hinter dem Ruf nach der Todesstrafe für „Kinderschänder“ zum Beispiel verbirgt sich letztlich der Wunsch nach direkter Herrschaft des Volkes über den Einzelnen, das diese Forderung am liebsten selbst umsetzen möchte. Dass solcher Art Herrschaft nicht in Form von Rechtsstaatlichkeit, also zumindest der Möglichkeit nach in einem fairen Prozess für den Einzelnen, stattfinden soll, sondern als vom Mob ausgeübte Gewalt, ist diesem Wunsch inhärent. Während der Staat allerdings auf seiner Souveränität beharrt und Recht durchsetzt, findet diese kollektive Rohheit und Brutalität in deutschen Gärten, Kneipen und auf den Straßen statt. Ob das Drangsalieren der eigenen Familienmitglieder oder brutale Gewalt gegen Andere – am Besten gegen Ausländer und Juden, zur Not tut es aber auch der Obdachlose vom Dorf oder jemand ganz ohne „Makel“ –, die atomisierte Volksgemeinschaft ist 60 Jahre nach dem Ende des NS noch immer zum Losschlagen bereit. Während die einfachen unter den Deutschen diese Gewalt tagtäglich exekutieren, projizieren die Sozialisierten und Gebildeteren ihre Vernichtungswünsche auf die Palästinenser, die Tibeter oder andere Völker, die für ebenjene Authentizität oder Direktheit stehen, die man sich für das eigene Volk auch ersehnt.
Zuständen dieser Art widmet sich die Filmreihe. In ihr soll es aber keineswegs darum gehen, die hundertste Dokumentation über Stiefelnazis zu zeigen, um in mahnendem Duktus die Gefahr des sogenannten Rechtsextremismus für die Demokratie anzuprangern. Vielmehr soll der Frage nachgegangen werden, wie der Alltag jener Menschen aussieht, die nicht nur sich, sondern auch anderen regelmäßig das Leben zur Hölle machen. Die Filmreihe zeigt Dokumentationen, die (oftmals unfreiwillig und in alles anderer als kritischer Absicht) nicht nur die Widerwärtigkeiten eines Alltags entlarven, in dem Stumpfsinn, Langeweile und Tristesse auf der Tagesordnung stehen. Es werden Menschen gezeigt, die die Schuld am Elend nicht in den Verhältnissen suchen, die es tagtäglich hervorbringen. Es geht um Jene, die sich stattdessen im Elend häuslich eingerichtet und mit der vermeintlichen Unüberwindbarkeit dieser Verhältnisse schon längst abgefunden haben.

Kino LaBim (Töpferplan 3)
Vorführung jeweils um 20 Uhr
Vortrag um 19.30 Uhr

„Herr Wichmann von der CDU“
vom 14. bis zum 19. November zu sehen,
Einleitungsreferat von Sören Pünjer (Redaktion Bahamas, Berlin) am 18. November

Die Uckermark 2002. Henryk Wichmann ist mit 25 Jahren Bundestagsdirektkandidat der CDU im nördlichsten Landkreis Brandenburgs. Dort, wo die „Proletarisierung“ (Jörg Schönbohm) durch den Wegzug insbesondere junger Frauen, aber auch gut ausgebildeter Männer, ein Stadium der „Verödung und Verblödung“ (Brandenburgs Finanzminister Rainer Speer) erreicht hat, das für den Osten bis auf wenige Ausnahmen repräsentativ ist, führt Wichmann einen fast schon Mitleid heischenden Wahlkampf in einer SPD-Hochburg. Da seine CDU im Gegensatz zu PDS oder NPD kaum über eine lokale Basis verfügt, bekommt die Einsamkeit, die Wichmann bei seinen Wahl-Touren umgibt, etwas Tragikomisches: statt für sich und seine Partei zu werben, kämpft er mit Zweckoptimismus gegen die Unbilden des Wetters oder gegen die gähnende Leere am Infostand.
In dem Regisseur Andreas Dresen dem Protagonisten des Films seine eigenen Aktivitäten quasi moderieren
lässt und ihn dabei ausschließlich mit der Stativkamera begleitetet, ist ein erschütterndes Dokument ostdeutscher Verhältnisse entstanden: blühende Landschaften voller sanierter Straßenzüge und Plätze, in bzw. auf denen vor sich hin welkende Menschen ihren Alltag verrichten. Unfreiwillig spiegelt das junge dynamische Wesen Wichmanns die Trostlosigkeit Uckermärker Zustände in besonderer Art und Weise. Ganz von der „Freiheit statt Sozialismus“-Programmatik der CDU erfüllt, sieht sich Wichmann mit der Tatsache konfrontiert, die durch etliche empirische Studien belegt ist: die absolute Mehrheit der Ostdeutschen würde gut und gerne weniger Freiheit in Kauf nehmen, wenn es nur ein bisschen mehr Sozialismus einbrächte, an und in dem ja
nicht alles schlecht gewesen ist. Gerade also in der Stadt des Peter Sodann, dem ideellen Gesamtostdeutschen, ein hochaktueller Stoff.

„Bellaria – So lange wir leben!“
läuft vom 28. November bis zum 3. Dezember,
Einleitungsreferat von Tobias Ofenbauer (Cafe Critique, Wien) am 2. Dezember

„Stau – Jetzt geht’s los“
anzuschauen vom 12. bis zum 17. Dezember,
Einleitungsreferat von Materialien zur Aufklärung und Kritik Halle am 16. Dezember

älectro / stricc part 2

lectrostricc