Archiv für Oktober 2008

egotronic frittenbude & rampue @ conne island

egotronic conne island

egotronic frittenbude & rampue@ conne island

one second riot // kiruna @ reil78

one second riot kiruna

one second riot & kiruna @ reil78

Scheitern und Zukunft des kommunistischen Projekts

30.10.2008 // 19 Uhr // Uni-Gebäude 40 // Magdeburg
Vortrag von Hannes Gießler und Zwi Negator

Ist der Kommunismus gescheitert? Oder nur schief gegangen? Oder wurde mit dem “real existierenden Sozialismus” etwas umgesetzt, dass dem Kommunismus gar zuwider lief? Hannes Gießler glaubt, dass kommunistischer Gesellschaftskritik drei Irrtümer zugrunde lagen, die mehr oder weniger auf die schiefe Bahn des real existierenden Sozialismus führten. Erstens: dass das Proletariat ein revolutionäres Subjekt ist, ist falsch und diente schließlich nur der Huldigung der Arbeit und der Indienstnahme und Verherrlichung der arbeitenden Bevölkerung. Zweitens: Marx hat sich um die Frage herumgedrückt, ob eine “gemeinschaftliche Kontrolle” (Marx), im Gegensatz zu der über den Markt vermittelten kapitalistischen Produktion, nicht die totale Verstaatlichung und Kollektivierung der Gesellschaft bedingen muss. Genau das geschah in der Praxis: die Kontrolle und Kollektivierung der Produktion führte zur Kontrolle und Kollektivierung aller Individuen zuungunsten ihrer Freiheit. Drittens: Marx deklarierte den Kommunismus als Auflösung des Widerstreits von Individuum und Gattung. Doch das war nur schön gesagt. Es kam anders: der Widerstreit wurde in der Annahme, dass das größtmögliche Allgemeinwohl letztlich auch dem Wohl des Individuums dienst, zuungunsten des Individuums entschieden. Anders gesagt: Die soziale Frage wurde zuungunsten der Freiheit beantwortet.
Eine Strömung, die am Ziel einer Gesellschaft festhält, in der es keine Klassen mehr gibt, Produktion und Konsumtion gerecht vonstatten gehen und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sind, muss sich daher drei Fragen stellen: Erstens: Welcher Gestalt müsste sie sein und woher könnte die Gewalt erwachsen, die die kapitalistische Produktionsweise überwindet? Zweitens: Wie könnte eine gerechte Produktionsweise aussehen, ohne dass sie zu mehr Staat oder zu größeren Kollektivzwängen führt? Drittens: Wie wird der Widerstreit von Individuum und Gemeinschaft beziehungsweise Freiheit und Gerechtigkeit nicht zuungunsten der Freiheit des Einzelnen gelöst?
Genau umgekehrt möchte Zwi (vom Autorenkollektiv BBZN) die Kommunismus-Frage stellen: ausgehend von dem materialistischen Begriff in der Kritik der deutschen Ideologie: Der Communismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir nennen Communismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt. Die Bedingungen dieser Bewegung ergeben sich aus der jetzt bestehenden Voraussetzung.” Was sich bis jetzt Kommunismus oder Sozialismus nennt, wäre demnach zu beurteilen an seiner wirklichen Zerstörungsdynamik gegen Ideale wie Gerechtigkeit”, Freiheit des Einzelnen”, weniger Staat”, mehr Gemeinschaft”, Arbeit für alle oder: Abschaffung der Arbeit” usw. kurz: gegen die Ideale der Linken und ihren Utopismus. Was bleibt also vom realen Staatssozialismus gemessen an der radikalen Staatskritik des materialistischen Anarchisten Karl Marx? Wie weit hat die Herstellung des globalen Proletariats als die destruktive Partei” die von der Gesamtarbeiter_in selbst produzierte kapitalistische Gesellschaftsform zugleich schon so untergraben, dass der kapitalistische Kommunismus” (Marx) bereits vielfach zur gesellschaftlichen und individuellen Katastrophe geführt hat, und wie weit hat die communistische Arbeit des Begriffs die Illusionen über diesen blinden Fortschritt endlich kaputtgemacht?
Der rohe Kommunismus, Bourgeoiskommunismus, Staatskommunismus, Gefühlskommunismus, Kathedersozialismus und Regierungsanarchismus haben sich im Verlauf der wirklichen Bewegung als bürgerliche Gestalten des romantischen Antikapitalismus blamiert. (Von daher auch ihre Blindheit bzw. Anfälligkeit fuer die antisemitische Alltagsreligion.) Anstatt die notwendige Arbeit vernünftig gesamtgesellschaftlich zu regeln und zu minimieren, anstatt die freie Assoziation selbstbestimmt produzierender Individuen” ohne Ware, Geld, Kapital und Staat herzustellen, anstatt die Kritik der deutschen Ideologie wisssenschaftlich zu radikalisieren und dadurch dem Communismus als wirklicher Bewegung zum bewussten Durchbruch zu verhelfen, träumen Proletarisierte und Linke bis heute von mehr Gerechtigkeit, Demokratie, Utopie” und bleiben im Bannkreis Max Stirners befangen. Anstatt die Klassengesellschaft und sich selbst als Proletariat endlich aufzuheben, bleiben sie die Einzigen und ihr Eigentum. Anstatt sich zum bewussten Subjekt der Produktion für ihre schrankenlose Bedürfnisbefriedigung zu ermächtigen, klammern sie sich an restriktive Gemeinschaften und Freiräume” unter der Schutzmacht Staat und den Sachzwängen” des automatischen Subjekts.

AG Emanzipative AntifaschistInnen Magdeburg

Becketts Endspiel und King of Queens – Versuch, die Kulturindustrie zu verstehen

Vortrag von Gerhard Scheit

Bei Beckett sind die Eltern von Hamm gut in den Haushalt integriert, sie leben in den Mülltonnen, und hebt Hamm den Deckel ab, sagt er nur: »Seid ihr noch nicht zu Ende? Kommt ihr nie zu Ende?«
Die Kulturindustrie macht immer weiter: Der Vater von Carrie aus der US-Sitcom King of Queens haust im Keller, aus dem er wie von einer Mülldeponie vergangener Moden seine Pullover holt. Der Unterschied ist nur, dass jeder Mann, jede Frau, mit Doug und Carrie sich identifizieren kann, nicht aber mit Hamm und Clov. Für ständige Abwechslung im Immergleichen ist gesorgt, beim Pullover-Muster wie in den Beziehungskonflikten. Während das Endspiel die Deformationen vorführt, »die den Menschen von der Form ihrer Gesellschaft angetan werden« (Adorno), üben die US-Sitcoms durch die Deformationen hindurch, die sie affirmieren, zivilisatorische Standards ein, wie sie auf einer bestimmten Entwicklungsstufe kapitalistischer Warenproduktion jeweils möglich sind.
Diese Dialektik der Aufklärung kommt bei Adorno und Horkheimer merkwürdigerweise zu kurz. Dabei ist kein Jota ihrer Kritik an der Kulturindustrie zurückzunehmen und jede Deformation als solche zu denunzieren. Nur wäre zu fragen, ob nicht schon in der Formulierung des Begriffs der Frage des Staats zugunsten einer diffusen Vorstellung von Macht ausgewichen wird, und dadurch ungeklärt bleibt, auf welche Weise die Konsumenten der Kulturindustrie sich jeweils mit politischen Instanzen identifizieren; ob also nicht die Kritik des Staats auf dem Gebiet der Kulturindustrie erst noch zu eröffnen wäre. Für die postnazistische Situation könnte das etwa heißen, Doug und Carrie aus Queens den deutschen Paaren gegenüberzustellen, die als Tatort-Ermittler in den Nachfolgestaaten des Dritten Reichs ihr Unwesen treiben.

Gerhard Scheit lebt als Autor und Publizist in Wien. Zuletzt erschien: »Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt« (Freiburg 2004) und »Jargon der Demokratie. Über den neuen Behemoth« (Freiburg 2006). Mitherausgeber der neuen Werkausgabe von Jean Améry (Stuttgart 2002ff.) und Mitautor des von Karin Lederer herausgegebenen Buches »Zum aktuellen Stand des Immergleichen. Dialektik der Kulturindustrie – vom Tatort zur Matrix« (Berlin 2008), das bei gleicher Gelegenheit vorgestellt werden soll.

Montag, 27. Oktober 08, 19 Uhr
Melanchthonianum, Uni Halle

Eine Veranstaltung der ag antifa im stura

ein hardcore fest

tangled lines

wird am 14. oktober im gig in halle stattfinden. anlass dafür ist die abschiedstour der 4 sivits, die an diesem abend ihr vorletztes konzert ever geben werden, bevor sie sich am nächsten tag at home in der kombi in nünchritz endgültig verabschieden. unterstützt werden sie dabei u.a. von den großartigen tangled lines aus dresden.

these are powers

these are powers

sehr beeindruckt beim la bim fest haben these are powers aus ny/chicago. nicht vergleichbar mit ihren tonträgeraufnahmen haben sie aufs heftigste gerockt.

17 jahre la bim

la bim geburtstag

la bim these are powers

la bim neros day at disneyland

la bim schmackes und pinscher

werden gefeiert am 18. oktober 2008 ab 20.00 uhr im kino la bim, töpferplan 3, halle / saale

dabei u.a.: les touffes kretiennes (fr), these are powers (ny/chikago), nero’s day at disneyland (kalifornien), schmackes & pinscher (köln)

subjektiv tanzen

subjektivparty

subjektiv-party mit namenlos und king kong and the white woman sowie anschließendem konserventanz mit dem subjektiv-team am 10. oktober um 21 uhr im gig in halle. die erlöse gehen dabei an radio corax und das gig.

radiokonzert bei radio corax

snailhouse

mit snailhouse aus montreal/canada

Snailhouse ist das musikalische Schneckenhaus von Mike Feuerstack. Das unkonventionell Vertraute ist Mikes Anspruch an seine Musik und damit kommt er dem unseren sehr entgegen. Seine wunderbaren, mit der typisch kanadischen Gelassenheit gespielten Songs, verzaubern durch ihre Einfachheit, der mit countryesker Würze immer die Wildnis und Weite dieses atemberaubenden Landes anzuhören ist. Bei seinem neuen Album kamen Mike Jeff DeButte von den grandiosen ACORN, Sarah Neufeld (ARCADE FIRE) und Pietro Amato (BELL ORCHESTRE) zu Hilfe. In Halle wird Snailhouse die Lieder dieses von Jeremy Gara (Arcade Fire)
produzierten Albums „Lies on the Prize“ in einer speziellen Radio- Live-Show darbieten.

Live in der Radio CORAX Lounge ab 20.30 Uhr
On Air bei Radio CORAX 95,9 MHz; Livestream
Pre- & Aftershow mit dem Dr. Rock – Team
Eintritt frei.